Vive la Provence

Nicht nur seit Peter Mayles Reiseroman „Mein Jahr in der Provence“ ist die Region im Süden Frankreichs beliebtes Touristenziel. Pittoreske Dörfer, Lavendelfelder, Obstplantagen und ein warmes Klima machen die Provence zu einem der Sehnsuchtsorte schlechthin.

rseille, Hauptstadt der Region, mit der Kirche Notre-Dame-de-la-Garde
Marseille, Hauptstadt der Region, mit der Kirche Notre-Dame-de-la-Garde

Die Region hat es in sich: Vom kargen Kalksteingebirge über saftige Obstwiesen bis hin zu sumpfigen Seelandschaften bietet die Provence jede landschaftliche Variation. Marseille ist mit knapp 900.000 Einwohnern die größte Stadt der Region Provence-Alpes-Côte d’ Azur. In den Nachrichten macht sie eher negative Schlagzeilen: eine hohe (Jugend-) Arbeitslosenquote, ungelöste Integrationsprobleme bei den Migranten aus Afrika, vor allen Dingen aus dem Maghreb, und daraus resultierende Unruhen. Doch die Stadt hat durchaus Charme, wenn man erstmal über den absolut chaotischen Verkehr und den Dreck hinwegsieht. Ein schöner Hafen, kleine Gässchen und absolutes mediterranes Flair. Unbedingt machen: Zur Kirche Notre-Dame-de-la-Garde aufsteigen und den atemberaubenden Blick über die Stadt und das Meer genießen!

Der Lubéron: ein Geheimtipp unter Wanderern.
Der Lubéron: ein Geheimtipp unter Wanderern

Ein absolutes Highlight der Provence ist der Lubéron. Das Gebirge eignet sich zum wandern und klettern, man sieht wilden Thymian und an den Hängen Olivenbäume.

Provence: Viele Naturlandschaften auf kleinem Raum

Ein Traum sind die kleinen Dörfer in der Gegend: Häufig bestehen sie aus wenigen Häusern, die nach altem Baustil errichtet wurden (die „mas“, traditionelle Steinbauten). Gästezimmer und Gästehäuser gibt es in der Gegend genug. Gibt es etwas schöneres, als den Tag mit einem Tee oder Café au lait auf der Terrasse eines pittoresken Landhäuschens zu beginnen? Empfehlenswert ist das Städtchen Roussillon mit seinem Ocker: Hier wurde früher aus Ockersand die charakteristische gelbe Farbe gewonnen. Auch guten Wein gibt es mittlerweile in der Provence. War früher der Ruf der Winzer nicht der beste, gibt es heute viele kleinere Betriebe oder Genossenschaften, in denen sich Winzer zusammengeschlossen haben, die zu moderaten Preise tolle Weine produzieren.

Ein "mas", ein typisches provencalisches Steinhaus
Ein „mas“, ein typisches provencalisches Steinhaus

Wen es nach der Gebirgsluft wieder ans Wasser zieht, sollte in der Camargue vorbeischauen: Da kann man das kühle Nass sowohl in Form des Meeres wie auch in Form einer ausgedehnten Seenplatte genießen. Das flache Terrain lädt zum spazieren ein und vom Seeufer aus kann man Flamingos beobachten, die nach Krebsen suchen.

Die Provence inspirierte berühmte Maler wie van Gogh und Cézanne

Am Strand von Saintes-Maries-de-la-Mer (das berühmte Gemälde von Vincent van Gogh zeigt die Segelboote) kann man gut baden, das Städtchen an sich ist von Touristen hoffnungslos überschwemmt. Trotzdem ist es einen Besuch wert, dort fühlt und sieht man, dass Spanien gar nicht mal so weit weg ist. Wer van-Gogh-Fan ist, kann auch einen Abstecher nach Arles machen. Dort hat der niederländische Maler von 1888 bis 1889 gelebt. Eins seiner berühmtesten Gemälde, die Sonnenblumen, hat er dort gemalt. Auch die Sache mit dem Ohr (im Streit mit Gauguin schnitt sich van Gogh ein Stück seines rechten Ohrs ab) hat sich in Arles abgespielt. Doch abgesehen von einer netten Innenstadt bietet die Stadt nichts Spektakuläres.

Die Camargue: Dort kann man Flamingos entdecken
Die Camargue: Dort kann man Flamingos entdecken

Unbedingt machen: Einfach die Landschaft genießen mit den Obstplantagen, den wilden Kräutern und dem sonnigen Klima. Natürlich kann man sich auch mit Kräutern der Provence („herbes de Provence“) eindecken und mit Lavendelprodukten (wobei diese häufig nicht aus dem „echten“ Lavendel, lavandula angustifolia, hergestellt sind, sondern aus der ertragreicheren Hybridsorte Lavendin = lavandula latifolia). Auf jeden Fall auch abseits der Touristenströme wandeln und auch eine gute Reisezeit abpassen. Dies ist beispielsweise der Juni, denn im Juli und August haben die französischen Schulkinder Ferien und dann ist die Region überlaufen. Außerdem wird es im Sommer ordentlich heiß.

In der Provence kann man verwunschene kleine Dörfer entdecken - sie werden "villages perchés" genannt. Hier schlummert das verlassene Oppède-le-vieux vor sich hin.
In der Provence kann man verwunschene kleine Dörfer entdecken – sie werden „villages perchés“ genannt. Hier schlummert das verlassene Oppède-le-vieux vor sich hin.
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